Feuerwehr Großostheim nach dem 2. Weltkrieg

Unter Weisung der amerikanische Militärregierung wurde den Freiwilligen Feuerwehren neben der Brandbekämpfung eine weitere, neue, Aufgabe zugewiesen, der vorbeugende Brandschutz. Sie forderte die regelmäßige Durchführung von Feuerverhütungswoche in Bayern. Dazu wurden in allen Landkreisen Versammlungen der Kreisbrandinspektoren einberufen, bei denen jeweils das Programm für die Feuerschutzwoche festgelegt wurde.

In Großostheim wurde auf der Dienstversammlung am 13. April Anton Wagner als Kommandant bestätigt und Eduard Kapraun wurde sein Stellvertretender. Johann Klug (Fasswirt) wurde in die Kreisbrandinspektion berufen und zum Kreisbrandmeister ernannt. Der erste Übungstag war der 5. Mai 1946.

Im Sitzungsprotokoll der Jahreshauptversammlung am 14. März 1947 ist zu lesen, das Kommandant Wagner ausführlich über alle die Feuerwehrsache betreffende Punkte informiert, wie zum Beispiel über Brände und Wasserkatastrophen. Desweiteren informierte er, dass bei einem Waldbrand der Transport der Wehrleute auf der Ladefläche eines Lastautos erfolgen soll. Eine reiche Aussprache setzte daraufhin ein.

Abschließend informierte der Kommandant, dass die Feuerwehr im nächsten Jahr (1948) 80 Jahre alt werde. Im Bezug auf eine Festlichkeit kann jedoch vorerst nichts unternommen werden. Mit dem alten Wahlspruch der Feuerwehr und der Mahnung; "Vorwärts mit voller Kraft" schloss der Kommandant die Versammlung die mit einem guten Tropfen Hochprozentigem aus der Schwanenbrauerei ausklang. Bedauert wurde allerdings, dass es nur 50 Liter waren und der Liter 1,60 Mark kostete!

Die Entmilitarisierung der Feuerwehren machte eine neue Kleiderordnung notwendig. Am 1. März 1947 wurden deshalb neue Dienstkleidung und neue Abzeichen eingeführt. Verboten waren ab sofort das Tragen grüner Uniformen und früherer Abzeichen. Die schwarzen Feuerwehrhelme waren rot und für Führungsdienstgrade weiß zu streichen. Auch der rote Anstrich für Feuerwehrfahrzeuge wurde wieder eingeführt.

An der Kommandantenversammlung 1947, in Goldbach. nahmen der Kommandant Wagner und sein Stellvertreter Johann Klug teil. Weil von der Fahrbereitschaft in Aschaffenburg keine Autofahrt genehmigt wurde reisten sie in der Pferdekutsche von Adam Bonn an. Der Kommandant legte deswegen Beschwerde bei der entsprechenden Stelle ein. In gleicher Weise tadelt er auch die Benzinverteilung. Obwohl bald wieder jeder Bub mit dem Motorrad fährt, wird bei der Benzinverteilung an die Feuerwehr sehr gespart. Seine Klage gipfelte darin, ob künftig bei einem Brand auch erst nachgefragt werden müsse, ob die Motorspritze eingesetzt werden kann. Bezirksbrandmeister Max Schiefer (Laufach) versprach dazu eine Aussprache und entsprechende Regelung.

Um den gravierenden Mangel an Feuerwehrschläuchen zu lindern wurden Schlauchvergünstigungsscheine eingeführt. Die Gemeinden erhielten hiermit einen Preisnachlass von 35%. Die Lieferanten rechneten direkt mit dem Landesamt ab. Die Aktion begann am 1. Oktober 1948.

Die durch die Militärregierung ausgeschlossenen Wehrführer während des Dritten Reiches, Georg Flügel und Anton Herbig stellten 1950 einen schriftlichen Wiederaufnahmeantrag. Das war nach einem entsprechenden Entnazifizierungsnachweise möglich, deshalb wurde dem Antrag stattgegeben. Die turnusgemäß anstehenden Neuwahlen brachten dann folgendes Ergebnis:

  • Kommandant: Georg Flügel
  • Stellvertreter: Franz-Viktor Kapraun
  • Kassenwart: Otto Hock
  • Gerätewart: Karl Rollmann
  • Beisitzer: Josef Höfling, Eduard Kapraun, Johann-Adam Hock, Theo Wolfstetter, Heinz Hock, Eduard Hock und Franz Klug

Im April 1950 wurden dann folgende Feuerwehrleute zum Löschmeister ernannt: Johann Schang, Eduard Kapraun, Anton Herbig, Rollmann Karl, Johann-Adam Hock, Otto Hock und Johann Eichelsbacher.

Eine neue Vereinssatzung wurde mit 79:1 Stimmen 1950 beschlossen. Bisher galt die Mustersatzung von 1948 der Bay. Staatministerium des Inneren. Die örtlich geänderte Satzung durfte jedoch nicht im Widerspruch zu den Auflagen der Militärregierung stehen.

Am 25. Juni 1950 schenkte der Kleiderfabrikant Eduard Dressler der Feuerwehr zwei Schlauchhaspel. Die Gemeinde kaufte im Juli 1950 29 neue Uniformröcke und eine Anzahl von Ledergurten.

Am Sonntag, den 18. Februar 1951 früh 10:30 Uhr fuhren mit dem Löschfahrzeug (LF 12) zwölf Mann der Großostheimer Feuerwehr nach Ringheim um dort zwei Löschgruppen aufzustellen. Am 3. März 1951 erfolgte dann eine Übergabe von Schutzbekleidung und Löschgeräten aus dem Bestand der Großostheimer Wehr.

Mit Schreiben vom 24. September 1951 wurde den Feuerwehren mitgeteilt, dass nach einer Entschließung des Bay. Staatsministeriums des Innern, Feuerwehrfahrzeug nur von der Kfz-Steuerpflicht befreit sind wenn sie für die Zwecke des Feuerlöschdienst verwendet werden. Damit waren Fahrten zu Feuerwehrfest oder -feiern bei denen keine Übung stattfand, steuerpflichtig. Ein derartige Nutzung war also eine Straftat (Steuerhinterziehung)!

Am 25. März 1952 wurde die Feuerwehr vom Bay. Staatsministerium des Innern unterrichtet, dass die roten Kennleuchten wegen der Änderung der StVO auf blaue Kennleuchten umgerüstet werden müssen.

Die Suche nach dem in den Wirren des Kriegsende abhanden gekommenen leichten Löschfahrzeuges (LLG) und dessen Anhängers wurde auch 1952 nicht aufgegeben. Über die Kreisbrandinspektion (KBI Max Schiefer) und über das Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz (Herr Kuchtner) wurden weitere Gespräche geführt.

Am 27. - 29 Juni 1953 wurde das 85jährige Gründungsfest gefeiert. Die Personalstärke der Freiwilligen Feuerwehr Großostheim betrug damals: 82 Aktive Feuerwehrmänner und 14 Ehrenmitglieder.

Am 28. August 1953 wurde ein Ausflug nach Frankfurt a.M. gemacht. Besucht wurden: Palmengarten, Zoo und Flughafen.

Im April 1954 wurde eine neue Grundausstattung für die Ringheimer Löschgruppen mit Sanitätsmaterial geliefert. Der Antrag dafür wurde am 25. November 1953 an die Gemeindeverwaltung gestellt.

Am 18. August 1954 wurde ein Tanklöschfahrzeug, TLF 15 von der Firma Glöckner Humbold Deutz AG, Magirus-Werk in Ulm, zum Preis von 43.666.95 DM gekauft, das bis 1974 im Einsatz war.

Auf der Jahresdienstversammlung 1955 wurde die bisherige Führung wiedergewählt. Fitz Eder, Brauereibesitzer und Metzgermeister Josef Roos, Bachstraße, traten am 4. Mai als fördernde Mitglieder der Feuerwehr bei.

Auf der Jahresdienstversammlung am 27. Januar 1956 wurde die Vorstandschaft um einen Vergnügungs- und Reiseausschuss erweitert. Deren Leiter war Franz-Viktor Kapraun. Die Mitglieder waren Robert Schneider, Arthur Kraus und Ewald Otto.

Mit Schreiben vom 22. Mai 1956 wurde die Gemeindeverwaltung gebeten freiwerdende Mietwohnungen im Feuerwehrgerätehaus nur an Feuerwehrleute zu vergeben. Aktuell wurde die Wohnung Miesbach und das Zimmer von Rose frei. Dieses sollte Franz Löffler erhalten.

Am 28. Juni 1956 fand die Grundsteinlegung der neuen Kirche im Dellweg statt. Die Feuerwehr nahm daran teil.

Die Gemeindeverwaltung wurde am 30. August 1956 über folgendes schriftlich informiert: "In Großostheim und Ringheim leisten 120 Feuerwehrmänner Dienst. Die zum Teil 50 Jahren alten Mützen und Röcke wirken auf die Bevölkerung lächerlich. Neuzugänge können gar nicht mehr eingekleidet werden. Deshalb beantragen wir 50 Meter Stoff zur Anfertigung von Röcken sowie den Kauf von 50 Mützen und 35 Lederkoppel".

Der Großostheimer Feuerwehrmann Johann Schang besuchte 1957 an der Staatlichen Feuerwehrschule einen Lehrgang zur Ausbildung als Kreisbrandmeister (KBM) und wurde danach zum KBM ernannt.

Die Feuerwehrausstattung und einige Löschgeräte waren in die Jahre gekommen und der "Technische Prüfdienst" des Landesamtes sowie eine Überprüfung anlässlich der Feuerschutzwoche 1958 stellte folgende Mängel fest:

  • Die Tragkraftspritze TS 8 Fabrikat: Metz. Sie hält den Unterdruck nicht mehr.
  • Beide Sirenen (Rathaus und Gerätehaus) müssen miteinander verbunden werden.
  • Die Sirenenauslösevorrichtung sollte nach außen gelegt werden, damit sie auch außerhalb der Rathaus-Dienstzeiten nutzbar sind.
  • Die Löschwasserstauungen im Welzbach müssen neu abgedichtet werden.
  • Überprüfung aller Unterflurhydranten (teilweise mit Erde zugeschüttet)
  • Im Neubaugebiet sollen Feuermeldestellen eingerichtet werden.

Die Gemeindeverwaltung wurde schriftlich darüber informiert und eine Ersatzbeschaffung bzw. Verbesserung beantragt.

Heinrich Hock, Obersekretär in der Gemeindeverwaltung, trat am 1. August 1958 und Josef Hock, Besitzer der Schwanenbrauerei, am 1. Januar 1959 der Feuerwehr als fördernde Mitglieder bei.

Am 20. und 21. Juni 1959 wurde im Rahmen des 90. Gründungsfestes an der Bachgauhalle ein neuer geschlossener Tragkraftspritzenanhänger (TSA) mit einer feuerwehrtechnischen Beladung für eine Löschgruppe und mit einer neuer Tragkraftspritze (TS 8/8) eingeweiht. Das Festprogramm sah folgenden Ablauf vor:

Samstag: Tanzabend in der Bachgauhalle

Sonntag
9 Uhr: Gottesdienst für verstorbene / gefallene Mitglieder
10 Uhr: Weihe und Übergabe TSA auf dem Marktplatz
Anschließend: Marsch zur Bachgauhalle und Ehrung verdienter Mitglieder
12 Uhr Mittagstisch
12:30 Uhr Großübung
14 Uhr Festzug
16 Uhr Festbetrieb mit Tanz

Eine außerordentliche Hauptversammlung fand am 9. Juni 1960 statt. Anwesend waren 63 stimmberechtigte Feuerwehrleute aus Großostheim und Ringheim. Die Neuwahl bracht folgendes Ergebnis:

  • Kommandant: Georg Flügel (Wiederwahl)
  • Stellvertreter: Robert Kapraun (Neuwahl)
  • Schriftführer: Anton Herbig (Wiederwahl)
  • Kassier: Alfred Haas (Neuwahl)

Wegen der späten Stunde (Mitternacht) wurde die Wahl der Beisitzer auf die nächste Versammlung am 25. November verschoben. Als Beirat wurde gewählt: Löffler Werner, Höflich Josef, Schneider Robert, Osadnik Kurt, Sommer Paul und Junker Anton.

Am 5. Februar 1961 legten erstmals zwei Löschgruppen der Großostheimer Feuerwehr das neue Leistungsabzeichen für bayerischen Feuerwehren in Bronze ab. Die beiden Ringheimer Löschgruppen hatten bereits am 6. Januar 1961 die Prüfung über das Leistungsabzeichen abgelegt. Bürgermeister Valentin Hock dankte den Kameraden für Mühe und Einsatz und genehmigte jeder Gruppe zwei Kasten Bier und auch etwas zum Essen. Dasselbe wurde auch den Ringheimer Gruppen zugesagt.

Am 18. Februar 1961, zehn Jahre nach ihrer Gründung, wurden die beiden Ringheimer Löschgruppen in die Selbstständigkeit entlassen.

Ein Antrag an die Gemeindeverwaltung zur Errichtung eines Unterflurhydranten im Hof des Feuerwehrgerätehauses wurde gestellt und genehmigt. Der Hydrant wurde dann im Rahmen der Kanalisationsarbeiten in der Kanzleistraße am 9. April 1962 eingebaut.

Die Jahreshauptversammlung für das Jahr 1962 fand am 22. Januar 1963 im Saal des Gasthauses „Zum Goldenes Fass“ statt. Der langjährige Schriftführer Anton Herbig trat wegen seines Alters zurück. Er wurde wegen seiner Verdienste zum Ehrenschriftführer ernannt. Auch Kommandant Georg Flügel stellte sein Amt zur Verfügung und die nachfolgenden Neuwahlen brachten einen Generationswechsel. Gewählt wurden:

  • 1. Vorsitzender: Valentin Hock (Bürgermeister)
  • Kommandant: Paul Hock
  • Stellvertreter: Robert Kraus
  • Schriftführer: Josef Sommer
  • Kassenwart: Alfred Haas
  • Beisitzer (Vertrauensleute): Oswald Klug, Gabriel Hock und Otto Ewald

Durch die Neuwahl setzte sich die Führung aus den gewählten und den folgenden, vom Kommandant ernannten Personen zusammen:

  • Gerätewarte: Eugen Gentil und Werner Kapraun
  • Löschmeister: Schang Johann, Löffler Adam, Kistler Franz, Wolfstetter Theodor, Sommer Eduard und Väth Oskar

Im Mai 1963 wurden folgende Beförderungen vorgenommen:

  • Eugen Gentil wurde Gruppenführer der 3. Löschgruppe
  • Oskar Väth wurde anstelle Robert Kraus Gruppenführer der 2. Löschgruppe

Erstmals wurde 1963 ein Fünfjahresplan, der der Gemeinde eine bessere Bedarfsvorschau und Finanzplanung ermöglichen sollte, erstellt. Folgende Punkte waren darin aufgelistet:

  • Erhöhung des Schlauchturms von 12 auf mindestens 17 Meter damit die Schläuche bei Aufhängen zum Trocken nicht mehr geknickt werden mussten (Norm Schlauchlänge: 15 m)
  • Erneuerung der vier Tore an den Stellplätzen
  • Befestigung des Übungshofes
  • Erweiterung der Aus- und Einfahrt durch den Abriss der Straßenmauer und des Kraftstofflagers
  • Verbesserungen im Versammlungs- und Schulungsraum (Bestuhlung, Tische, Wandtafel, Kleiderständer und ein Kreuz)

Im Dezember erfolgten Reparaturen und Verbesserungen bei der Schlauchtrocknung und in der Fahrzeughalle. Neue Tore an den vier Ausfahrten wurden montiert. Im Übungshof wurde ein Überflurhydrant installiert, der Übungshof wurde mit Verbundsteinen gepflastert, die Mauer entlang der Kanzleistraße und der Kraftstoffbunker entfernt. Auch der Schulungsraum wurde saniert.

1964 wurden erstmals für die jährliche Kassenprüfung Kassenprüfer von der Versammlung gewählt. Bisher erfolgte diese Prüfung nur durch den Kommandant.

Am 13. März 1965 wurden von Feuerwehrleuten die Begrenzungsmauer zur Kanzleistraße und der alte Kraftstoffbunker abgerissen.

In einer Ausschusssitzung wurde am 30. Dezember 1965 beschlossen, dass die Ortsteilfeuerwehr Ringheim 500 m B-, und 150 m C-Schläuche erhalten soll. Die Schläuche wurden dann nicht mehr von Großostheimer Feuerwehrleute gewaschen und gepflegt, das musste dann künftig in Eigenverantwortung der Ringheimer Kameraden erfolgen.

Eine Neueinteilung der Löschmeister (Gruppenführer) erfolgte Ende 1965 mit folgendem Ergebnis:

Löschgruppe 1: Haas Alfred

Löschgruppe 2: Väth Oskar

Löschgruppe 3: Sommer Josef

Löschgruppe 4: Gentil Eugen

Löschgruppe 5: Paul Hock (Kommandant)

Gruppenführer z.b.V.: Adam Löffler und Robert Kraus

Der scheidende Bürgermeister Valentin Hock, wurde wegen seiner Verdienste um das Großostheimer Feuerlöschwesen am 30. Dezember 1966 zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Erstmals wurde am 10. Juni 1967 ein Sommernachtsfest gefeiert. Es war der Vorläufer des lange Jahre regelmäßig, durchgeführten Kartoffelbratens. Wegen der ungünstigen Witterung wurde es am 26. und 27. August erfolgreich wiederholt.

1968 wurde ein Antrag an die Gemeindeverwaltung auf Raumnutzung eines bisher vom Wasserwerk genutzten Raumes, der dann als Depot genutzt werden sollte, gestellt und genehmigt.

Mit dem 100. Gründungsfest vom 5. - 7. Juli 1968 an der Bachgauhalle wurde nach langer Zeit erstmals wieder ein großes Fest in Großostheim erfolgreich gefeiert. Darüber freute sich auch Landrat Dr. Kerpes, der bei seiner Festansprache darauf einging, dass sich die Bürger durch den zahlreichen Schmuck der Häuser und Straßen mit ihrer Feuerwehr identifizierten.

Im Rahmen des Festes ein neues Löschgruppenfahrzeug (LF 16 TS) übergeben.

  • Fahrgestell: MAN, Typ 450 HA-LF
  • Motor: Sechszylinder Diesel, 156 PS
  • Aufbau: Fa. Ziegler
  • Gesamtgewicht: 10 Tonnen
  • Pumpenleistung: 1.600 Liter pro Minute
  • Entlüftungseinrichtung: Erstmals wurde in einem Großfahrzeug ein „Trokomat“ eingebaut.

Das Fahrzeug hatte neben der Beladung für die Brandbekämpfung erstmals auch vier umluftunabhängige Atemschutzgeräte (PA) sowie Geräte für die einfach technische Hilfeleistung dabei: Notstromerzeuger und Scheinwerfer für die Einsatzstellenbeleuchtung, Seile, Winden usw.

Erstmals wurde 1969 in Großostheim ein „Florianstag“, dem Schutzpatron der Feuerwehrleute, mit einem gemeinsamen Kirchgang und anschließendem Frühschoppen durchgeführt. Dazu eingeladen waren die Kameraden aus Pflaumheim und Ringheim sowie die Mitglieder der BRK-Sanitätskolonne Großostheim. Bei herrlichem Wetter fand eine Kirchenparade vom Rathaus durch die mit Fahnen geschmückten Häuser in der Breitestraße zum Marktplatz statt. Nach dem Festgottesdienst, den Pfarrer Gerald Ziegler zelebrierte, spielte die Kapelle Herbig im Hof des Feuerwehrgerätehauses zum Frühschoppen auf. Dank des guten Wetters und den rund 130 Teilnehmern war die Veranstaltung ein voller Erfolg.

Der erste Katastropheneinsatz nach dem 2. Weltkrieg wurde von der Regierung von Unterfranken ausgelöst. Ursache war ein Fischsterben wegen Sauerstoffmangel des Mains. Vorrausgegangen war eine längere Hitzeperiode. Die Großostheimer Feuerwehr wurde unterhalb des Aschaffenburger Schlosses eingesetzt. Das Mainwasser wurde angesaugt und wieder auf den Fluss abregnen lassen.

Da sich die Gemeinde nicht in der Lage sah, die Bachgauhalle gemäß den geltenden Bauvorschriften und der Versammlungsstättenverordnung herzurichten bzw. auszustatten wurde für öffentliche Veranstaltungen von der Aussichtbehörde eine Feuersicherheitswache verlangt. Für die Feuerwehrmänner war das eine große zusätzliche Belastung die oftmals auch noch persönliche Verunglimpfungen nach sich zogen, wenn sie z.B. gemäß ihren Vorgaben dem Veranstalter Mängel aufzeichneten und deren Beseitigung verlangten mussten.

Außerdem war die Sicherheitswache für die Veranstalter (meistens Großostheimer Vereine) eine finanzielle Belastung die den Veranstaltungsgewinn schmälerte und die Feuerwehr war deswegen nicht gut angesehen.

Bereits im ersten Halbjahr, vom 7. Juni - 31. Dezember 1969 wurden bei 41 Veranstaltungen eine Sicherheitswache gestellt und dabei 602 Dienststunden geleistet.

1970 wurde Kommandant Paul Hock vom Kreisbrandinspektor Bernhard Diener (Haibach) zum Schirrmeister des Landkreises berufen und Herbert Steiner wurde zum Löschmeister ernannt und mit dem Aufbau einer Jugendgruppe beauftragt.

Wegen der steigenden Einsätze im Bereich "Technische Hilfen" wurden auf Antrag der Feuerwehr folgende Geräte für die einfache technische Hilfe gekauft: Elektrischer Trennschleifer, Blechaufreißer, Ölwehrgeräte und Schilder für die Verkehrsregelung an Einsatzstellen. Ferner wurde eine Ersatzbeschaffung für das Jahr 1974, für das bis dahin 20 Jahre alte Tanklöschfahrzeuges beantragt.

Erstmals wurden blau Diensthemden, die unter der Uniformjacke getragen wurden, gekauft. Der Verein stellte dafür 1.825 DM zur Verfügung.

In den Schulungs- und Versammlungsraum wurde seitlich ein Mauerdurchbruch gemacht und mit einer Abteilung des dahinter gelegenen Depots Platz für eine Getränketheke, eine Spüle und für einen Gläserschrank gemacht. Der Mauerdurchbruch wurde mit einem großen Rollladen verschlossen. Die Abgrenzung zum Depot erfolgte mit einer Schiebtür. Die Materialkosten dafür, in Höhe von 2.528 DM, übernahm der Verein. Die Arbeiten wurden in Eigenleistung durchgeführt.

Der Bericht wurde recherchiert und verfasst von Herbert Steiner.