Vom Spritzenhaus zur zentralen Feuerwache des Marktes

Räumlichkeiten für die Unterbringung von Feuerlöschgeräten gab es schon lange vor der Gründung von freiwilligen Feuerwehren. In den so genannten „Spritzenhäusern“ waren damals die gemeindlichen Löschgeräte für die Pflichtfeuerwehr untergebracht. Die älteste bekannte Unterbringung in Großostheim war in einem Gebäude an der Ortsmauer in der Wern. Denn die Gemeinderechnung von 1794 enthält den Vermerk: "An der Wern, wo die Feuerspritzen aufbewahrt werden, ist das Dach einzuspleisen".

Wann die Feuerwehrgerätschaften in das Rathaus in der Bachstraße umgelagert wurden, lies sich nicht feststellen. Doch zum Zeitpunkt der Gründung der Freiwillige Feuerwehr Großostheim im Jahre 1868 waren die gemeindlichen Löschgeräte im ehemaligen Rathaus in der Bachstraße Hausnummer 306 untergebracht. 1884 war das über dreihundert Jahre alte Rathaus so baufällig, dass es geräumt werden musste noch bevor ein neues Rathaus gebaut werden konnte. Wo die Löschgeräte dann gelagert wurden ist nicht bekannt.

Erst einige Jahre später,1889, konnte die neue Unterbringungshalle für die Gerätschaften der Feuerwehr im Erdgeschoss des neu erbauten Rathaus in der Breitestraße 58 bezogen werden. Für die Schlauchpflege wurde 1908 ein Schlauchturm in Fachwerkbauweise neben dem Rathaus erstellt.

1938 erfolgte dann ein Umzug in das erste eigene Feuerwehrgerätehaus in der Kanzleistraße (heute Musikschule). In den 60ziger und 70ziger Jahren fanden dort erste Erweiterungen und Umbauten statt. So wurden eine Atemschutzpflegestelle eingerichtet und die Holzhallen der Mieter im Nebenbau als Anhänger-garage und Einsatzmittellager genutzt.

1980 wurde im 1. Obergeschoss eine freigewordene Mietwohnung durch die Feuerwehr entkernt und um-gebaut. Es entstand eine Bekleidungskammer, ein Büro für den Kommandant und Vorstand sowie ein Besprechungsraum. Ferner wurde eine Funkfeststation für die Koordination und Einsatzführung eingerichtet. Weitere Aus- und Umbauarbeiten waren beantragt bzw. in Planung bevor im Juni 1986 der Gemeinderat einen Neubau beschloss.

Als Standort der neuen Feuerwache des Marktes wurde der zentral gelegene Platz an der Ortsumgehungsstraße auf der alten Pflaumheimer Sandgrube festgelegt. Die Bauarbeiten begannen im Dezember 1988. Die Einweihung und Übergabe erfolgte zwei Jahre später, am 14. Dezember 1990.

Zehn Jahre später, im April 2000, stimmte der Gemeinderat einer Erweiterung der Feuerwache um fünf Fahrzeugstellplätze zu. Die Übergabe fand im Oktober 2003 statt.

Mitte 2009 konnte ein Um- und Anbau der Umkleideräume fertig gestellt werden. Im November begann die Umgestaltung in der ehemaligen Hausmeisterwohnung in einen Leistungsraum für Atemschutzgeräteträger der 2010 fertiggestellt wurde.

Der Bericht wurde recherchiert und verfasst von Herbert Steiner.