Das Feuerlöschwesen bis zur Gründerzeit von Freiwilligen Feuerwehren

Schon die Pfahlbauer hatten ihre liebe Mühe damit das Feuer unter Kontrolle zu halten. Nur zu oft gingen ihre Dorfanlagen in Flammen auf. So zieht sich im Bezug auf das Schadensfeuer von der Jungsteinzeit bis zur Gegenwart ein ständiger Wechsel von Anstrengung und Nachlässigkeit, von Erfolgen und Versagen, ein Auf und ein Ab im Kampf gegen den „Roten Hahn“ wie ein Roter Faden durch die Jahrhunderte.

Das antike Rom, gut 2.000 Jahre nach der Jungsteinzeit, kannte bereits eine mehr oder weniger erfolgreiche feste Organisation und Einrichtung gegen Brände. So unterhielt z.B. Kaiser Augustus im Jahre sechs nach Christus eine Löschmannschaft von 600 Sklaven. Ferner stelle man unter dem Befehl eines ritterlichen Prefekten eine Truppe von rund 7.000 Freigelassenen aber kasernierten Helfern als eine Art von Sicher-heitspolizei. Mit dem Zerfall des römischen Reiches ging diese Errungenschaft jedoch wieder in Vergessenheit.

Ab dem Mittelalter sind Brände der Stadtkerne z.B. von Dresden, Berlin, Hamburg, Köln und München bekannt. Sie wurden mehrmals von Bränden zugrunde gerichtet, weil die entsprechenden Löschgeräte und eingeübte Hilfskräfte nicht vorhanden waren. Auch im „Dreißigjährigen Krieg“ (von 1618 - 1648) wurden Ansiedlungen von großen Schadenfeuern besonders heimgesucht.

Die unermessliche Zahl von Feuerlöschverordnungen die daraufhin erlassen wurden scheiterten jedoch nur zu oft an ihrer Umsetzung. Die zahlreichen Berichte über weitere Brandkatastrophen in den folgenden Jahr-hunderten zeugen davon und zeigten auf, dass dies alles noch nicht ausreichend genug war.

Als logische Folge daraus wurden Pflichtfeuerwehren aufgestellt. Die einzelnen Tätigkeiten beim Brand wurden unter den verschiedenen Handwerkszünften verteilt. Die Küfermeister mussten sich um das Wasser kümmern, die Zimmerleute hatten das auf dem Brandplatz befindliche Holz und alles andere leicht brennbare Material sofort wegzuschaffen, die Maurer und Steinhauer besorgten das Abdecken der Dächer und Einreißen der Mauern. An der Spritze standen die Schlosser und die Klempner. Alles andere Volk drückte die Spritzen, bediente die Leitern und Hacken.

Große Brände zeigten jedoch immer wieder, dass man trotzdem der Brandbekämpfung nicht gewachsen war. Auf einen so nahe liegenden Gedanken, dass eine besondere Gefahr auch einer besonderen Abwehr bedurfte, die nicht mit Dienstverpflichtung der Bürger in einer Pflichtfeuerwehr zu erbringen war, sondern den Einsatz einer besonders motivierten und geschulten Truppe erfordert, kam vorerst niemand.

Diese notwendige Folgerung erkannte erstmals 1841 Bürgermeister Zschokke der Stadt Meißen und 1846 Stadtbaumeister der Stadt Durlach, Christian Hengst die zusammen mit den Bürgern die ersten freiwilligen Löschkorps gründeten. In Großostheim wurde diese Erkenntnis im Jahre 1868 mit der Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr umgesetzt.

Der Bericht wurde recherchiert und verfasst von Herbert Steiner.