Nachdem sie im vergangenen Jahr vom Landkreis Aschaffenburg einen Teleskoplader erhielten, erweitert die Feuerwehr Großostheim ihren Fuhrpark nun um einen Bagger. Als mögliches Einsatzgebiet gelte beispielsweise die Nutzung bei Waldbränden. Der Bagger könne sowohl Brandlast in unwegsamem Gelände entfernen, also auch zur Auflockerung des Erdreichs und somit wirkungsvoll zur Schaffung einer Brandschneise beitragen. Ein weiterer Anwendungsfall seien sogenannte überörtliche Kontingenteinsätze. In Katastrophenfällen - wie beispielsweise der Jahrhundertflut im Ahrtal - könne der Bagger genutzt werden, um Dämme oder Gräben zu schaffen, die Straßen von Schutt und Schwemmgut zu befreien, oder einsturzgefährdete Gebäude rasch abzureißen.
Der wahre Grund für die Beschaffung habe aber monetären Ursprung. "Damit sich der Teleskoplader lohnt, müssen wir seit letztem Jahr zweimal pro Woche Sand an der Feuerwache abbauen." Das Gerätehaus war 1989 auf der "alten Sandkaute" errichtet worden. Massive Stützen mussten unter dem Gebäude im Boden versenkt werden damit sich keine Risse in dem Gerätehaus bildeten. Heute wird der Sand um und unter dem Feuerwehrhaus nach und nach abgebaut und verkauft. "Es ist unser Personal, aber der Teleskoplader gehört dem Landkreis. Die verdienen damit ein Vermögen! Also haben wir beschlossen einen Bagger zu kaufen und - sobald es möglich ist - Sand im Akkord abzubauen", beschreibt die Wehrführung in einer Stellungnahme. "Wenn der gemeindeeigene Bagger einmal hier ist, müssen wir etwa ein Jahr lang im Zweischichtbetrieb arbeiten. Dann können wir uns hoffentlich ein neues Gerätehaus auf der anderen Straßenseite leisten und auch den letzten Sand unter der jetzigen Feuerwache abbauen." Das neue Gerätehaus sei dann auch notwendig, da die Stützen unter dem 36 Jahre alten Kommunalbau sonst rasch nachgeben würden, wenn der Boden drumherum verschwinde und aus Stützen bald schon Stelzen würden. Beim Neubau solle aber nicht an Luxus gespart werden. Für den Bagger hat die Ausschreibung bereits begonnen - hier gilt wie immer: das billigste Angebot bekommt die Zusage!